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monologtheater spielt Kleist: MICHAEL KOHLHAAS

Eine Novelle

„Ich werd‘ mir mein Recht zu schaffen wissen!“
- aus: MICHAEL KOHLHAAS von Heinrich von Kleist

Mit  Christian Schaefer

„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.“

So beginnt Heinrich von Kleists Geschichte des Überzeugungstäters Kohlhaas, dem an einer Grenzstation zwei Reitpferde als Pfand abgenommen werden. Als er zurückkehrt, findet er die stolzen Rösser halb verhungert und durch Feldarbeit ruiniert. Weil ihm der Schadensersatz verwehrt wird, beginnt er einen Rachefeldzug. Was als Widerstand eines Wehrlosen beginnt endet in einem Blutbad. So wird Kohlhaas vom "Muster eines guten Staatsbürgers" auf geradem Wege "zum Räuber und Mörder". Heinrich von Kleists kurze Erzählung stellt bis heute zeitlose Fragen nach Schuld, Recht, Individuum und Gesellschaft. Sie erzählt von den Mechanismen des Terrors und von der Sogwirkung eskalierender Gewalt.

Einrichtung, Bühne, Kostüm  Christian Schaefer

Lichtdesign/Technik  Moritz Meyer

Spieldauer  ca. 2 Stunden. Keine Pause

Die Erzählung spielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und handelt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der gegen ein Unrecht, das man ihm angetan hat, zur Selbstjustiz greift und dabei nach der Devise handelt: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“ Historisches Vorbild für die Figur des Michael Kohlhaas war der um 1500 in Tempelberg bei Müncheberg geborene und 1540 in Berlin hingerichtete Bürger und Kaufmann Hans Kohlhase. 1532 wurde er seiner Darstellung nach von einem örtlichen Machthaber im Kurfürstentum Sachsen unrechtmäßig schikaniert und finanziell geschädigt. Nach dem Scheitern des Rechtsweges führte er im Streben nach Wiedergutmachung von 1534 bis 1540 eine Fehde gegen Sachsen. Der Konflikt beschäftigte unter anderem die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg und den Reformator Martin Luther. Schließlich wurde Kohlhase dafür hingerichtet. Sein Leben war Vorbild für Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas.

Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, geboren 1777 in Frankfurt (Oder), Brandenburg, Preußen; gestorben 1811 am Stolper Loch, heute Kleiner Wannsee war ein deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist. Heinrich von Kleist stand als „Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit jenseits der etablierten Lager“ und der Literaturepochen der Weimarer Klassik und der Romantik. Bekannt ist er vor allem für das „historische Ritterschauspiel“ Das Käthchen von Heilbronn, seine Lustspiele Der zerbrochne Krug und Amphitryon, das Trauerspiel Penthesilea sowie für seine Novellen Michael Kohlhaas und Die Marquise von O....

Trotz seines kurzen Lebens hinterließ Kleist ein außergewöhnlich umfangreiches Werk: acht Dramen, acht Erzählungen, Essays, Gedichte, Fabeln, Epigramme und journalistische Texte. Seine Werke werden weltweit gelesen, übersetzt und aufgeführt. Mehr als zweihundert Jahre nach seinem Tod gilt Heinrich von Kleist als einer der bedeutendsten und zugleich rätselhaftesten Autoren der deutschen Literaturgeschichte.

Werke (Auswahl)
Die Familie Schroffenstein, 1803
Der zerbrochne Krug, 1811
Amphitryon, 1807
Penthesilea, 1808
Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe, 1810
Die Hermannsschlacht, 1821
Prinz Friedrich von Homburg, 1822
Michael Kohlhaas. Aus einer alten Chronik, 1810
Die Marquise von O...., 1810
Das Erdbeben in Chili, 1810