monologtheater spielt Koltès: IN DER EINSAMKEIT DER BAUMWOLLFELDER

Deutsch von Simon Werle

Es spielen und singen Nikolaus Herdieckerhoff, Para Kiala, Christian Schaefer

„Zwei Männer, deren Wege sich kreuzen, haben keine andere Wahl, als sich zu schlagen mit der Gewalttätigkeit des Feindes oder mit der Sanftmut der Brüderlichkeit.“

Bernard-Marie Koltès zählt zu den meistgespielten und einflussreichsten Dramatikern der 1980-er Jahre.
 In dem spannenden Stück von 1986 sucht des Nachts ein Kunde einen Dealer auf. Worum der Handel geht, was ver- oder gekauft werden soll, bleibt im Dunklen. Stattdessen entspinnt sich für den Zuschauer ein gefährlicher Dialog in virtuoser Sprache über Wunsch und Erfüllung, Gefühl und Wissen, Macht und Abhängigkeit.

Der eine spricht den anderen an, und es wird klar, dass er etwas von ihm will. Er sagt nicht genau, was, aber der Angesprochene fühlt sich gemeint, und es stellt sich heraus, dass auch er etwas will. Nun beginnt ein Abtasten. Beide erkennen, dass sie gerade an diesem Ort und um diese Stunde zusammentreffen mussten und dass, was sie verhandeln, nicht nur sie beide betrifft, sondern alle Menschen, die etwas suchen, die ein Ziel verfolgen und sei es bloß, dass sie etwas kaufen oder verkaufen wollen.

Es geht um eine elementare Art des Umgangs der Menschen miteinander, unabhängig von Gesellschaftsformen und staatlichen Systemen.
 Der Zuschauer wird mitgenommen auf diese Suche.


Bernard-Marie Koltès, geboren 1948 in Metz, Frankreich; gestorben 1989 in Paris, Frankreich, war ein französischer Autor und Regisseur. Er wurde als Sohn eines Offiziers der Festung Metz geboren. An der Theaterschule des Théâtre National de Strasbourg erhielt er eine Regieausbildung und arbeitete danach als Regisseur und Autor für Theater und Rundfunk. 
In den 1970er-Jahren begann er für das Theater zu schreiben und hielt sich für längere Zeit im Ausland auf. Seinen Durchbruch als Dramatiker hatte Koltès 1976 mit dem beim Festival von Avignon uraufgeführten Monolog „Die Nacht kurz vor den Wäldern“.

1983 eröffnete Patrice Chéreau sein Théâtre des Amandiers in Paris-Nanterre mit „Kampf des Negers und der Hunde“ und inszenierte in der Folge alle Stücke des Autors. Von 1986 bis 1990 folgten in jährlichen Abständen Uraufführungen auf europäischen Bühnen.

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